Ziel des Research Check ist es, Euch regelmässige Updates zu neuen und interessanten Forschungsthemen aus dem Bereich Simulation, Debriefing, Teamzusammenarbeit und Patientensicherheit zu geben und diese zu kommentieren.

Research Check 09/18-2

Post-event debriefings during neonatal care: why are we not doing them, and how can we start?         

Sawyer T, Loren D, Halamek LP; J Perinatol. 2016 Mar 31; doi:10.1038/jp.2016.42.

Abstract

Post-event debriefings are a foundational behavior of high performing teams. Despite the inherent value of post-event debriefings, the frequency with which they are used in neonatal care is extremely low. If post-event debriefings are so beneficial, why aren’t they conducted more frequently? The reasons are many, but solutions are available. In this report, we provide practical advice on conducting post-event debriefing in neonatal care. In addition, we examine the perceived barriers to conducting post-event debriefings, and offer strategies to overcome them. Finally, we consider opportunities to foster a culture change within neonatal care which integrates debriefing as standard daily work. By establishing a safety culture in neonatal care that encourages and facilitates effective post-event debriefings, patient safety can be enhanced and clinical outcomes can be improved. 

KURZCHARAKTERISTIK: 

Debriefings werden im Bereich der Simulation regelmäßig durchgeführt. Dieser Artikel beschriebt die geringe Verbreitung dieser Debriefings im klinischen Alltag sowie eine strukturierte und fundierte Umsetzungsmöglichkeit. Die so genannten „Post-event Debriefings“ bedeuten eine Reflexion eines Ereignisses und das Verstehen von Gedankengängen jedes einzelnen Teammitglieds. Nur 19% von 84 NICUs im Vermont Oxford Network führen Post-event Debriefings durch, obwohl Studien gezeigt haben, dass sie einen positiven Einfluss auf die klinische Performance haben. Dieser Artikel soll daher ein Leitfaden für die vermehrte Umsetzung von Post-Event Debriefings sein. (geschrieben von Alex Staffler und Michael Wagner)

Struktur:

Wer? Alle Teammitglieder – um jede Sichtweise zu erkennen und zu verstehen

Was? Reanimationen, Erstversorgungen, invasive Prozeduren, near misses oder adverse events

Wann? Direkt danach („hot debriefing“) oder erst nach einiger Zeit („cold debriefing“); hot debriefing mit dem Fokus auf Team Performance, cold debriefing mit dem Fokus auf systemische Ursachen-/Risikosuche

Wo? Idealerweise in einem nicht klinischen Bereich (Konferenzraum, Pausenraum,..)

Wie? Strukturiert und geführt durch einen Moderator aus der Gruppe: „sammeln, analysieren, zusammenfassen“:

  • Sammeln der klinischen Ereignisse und Entwicklung eines „shared mental models“
  • Plus/Delta: Was ist gut gelaufen, was ist nicht so gut gelaufen? Was waren die Gründe dafür?
    • Leitlinien/Protokolle
    • Equipment, systemische Ursachen
    • Behavioral Skills/Team Performance
  • Was würde das Team nächstes Mal anders machen?
  • Welche Punkte sollen zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer besprochen werden?
  • Zusammenfassung und Verbesserungsvorschläge